KlangSprach(T)Räume im Museum Bochum

Text-Musik-Kollage zur Ausstellung: „Fluchtpunkt Paris - Peter Weiss und die Avantgarde“

KlangSprach(T)Räume im Museum Bochum
© Martin Blume, FOURinONE

Der Schriftsteller und Theaterautor Peter Weiss wird in den 1960er Jahren mit seinen Bühnenstücken Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade und Die Ermittlung weltweit bekannt. Das

Neuartige und Experimentierfreudige seiner Stücke lässt Peter Weiss für Jahre zum meistdiskutierten deutschsprachigen Bühnenautor avancieren. Erst Ende der 1970er Jahre geraten das bildkünstlerische und filmische Werk von Peter Weiss erneut in den Blick, dabei spielt die umfassende AusstellungDer Maler Peter Weiss im Museum Bochum eine wichtige Rolle.

Fragte man heute nach der »Welthauptstadt« der Kunst, der Stadt also, von der die entscheidenden Impulse für die Kunstentwicklung der Gegenwart ausgehen, so würde wahrscheinlich zuerst der Name New York genannt werden, vielleicht auch noch London, Shanghai oder Tokio. Bis in die Mitte der 1960er Jahre hinein behauptete diesen Titel unangefochten Paris, wo sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts alles versammelte, was an avantgardistischer Kunst interessiert war.

Einer der jungen Avantgardisten, für die Paris lebenslänglich diese Faszination behielt, war der Maler, Filmemacher und Schriftsteller Peter Weiss (1916-1982), der - geboren in Potsdam, aufgewachsen in Bremen und Berlin - seit 1934 nicht mehr in Deutschland lebte.

In Paris begegnete Peter Weiss den immer noch aktiven Surrealisten, den jungen Aktionisten, den Absurdisten und Existenzialisten. Die Ausstellung im Museum Bochum will in der Epoche rasant fortschreitender Globalisierung auch der Kunstwelt, in der Europa nicht mehr die zentrale Rolle spielen wird, die es noch im 19. und 20. Jahrhundert wie selbstverständlich innehatte, den Blick noch einmal auf diese Zeit zurücklenken, in der Paris das Laboratorium der Avantgarde war. „KlangSprach(T)räume“ mit FOURinONE und der Sprecherin Sabine Paas möchte in einer Text-Musik-Kollage mit Texten von Peter Weiss diese Zeit lebendig werden lassen.

FOURinONE (D, NL)
Johannes Bauer…Posaune
Luc Houtkamp…Tenorsaxophon
Dieter Manderscheid…Kontrabass
Martin Blume…Schlagzeug, Percussion
Sabine Paas.…Sprecherin
Hans-Jürgen Pätzold…Dramaturgie und Arrangement

Das Quartet FOURinONE arbeitet seit 1997 zusammen und hat auf vielen internationalen Festivals gespielt. Die Presse schreibt begeistert:

„Der Bandname stellt klar: vier Musiker, ein Klangkörper - vier Individualisten, ein Sound. Diesem hohen Anspruch wurden die vier Spitzenmusiker voll gerecht. Sie verstanden sich blind. Kongenial gingen sie gegenseitig auf die Ideen und Vorgaben des anderen ein, wohl ein Resultat jahrelangen intensiven Zusammenspiels in dieser Konstellation….Mit viel Form- und Zeitgefühl - ruhige und feurige Passagen wechselten wohldurchdacht ab - waren die faszinierenden, frei improvisierten Vorträge des Quartetts von einem intensiven Zusammenspiel geprägt“ Hartmut Sassenhausen, WZ, 21.5.2003

„Mit ungeheurer Lust an Interaktion und Kommunikation öffnete das internationale Ensemble die Ohren für die feinen Bereiche der dynamischen Skala und schuf durch eine offene und erzählende Klangsprache zwei Stunden lang vielfarbige akustische Bilder. Dabei bestimmt ein konzentriertes Aufeinanderhören in nie abreißender Intensität die Improvisationskunst der Musiker.“
Münchner Merkur 03.11.03

Johannes Bauer ist international einer der gefragtesten und stilbildendsten Posaunisten. Ob im Manfred Schulze Bläserquintett, Ulrich Gumperts Workshop Band und Doppelmoppel mit seinem Bruder Conrad Bauer oder in Formationen mit Peter Brötzmann, Keith Tippett, Hans Reichel, Cecil Taylor, Tony Oxley, Irene Schweizer, Fred van Hove und vielen anderen: immer sind die Gruppen geprägt durch seine persönliche Auffassung vom Posaunenspiel und seiner eindeutigen Haltung im kollektiven Mit- und Gegeneinander.
Luc Houtkamp arbeitet seit 1972 als Improvisator und Komponist mit vielen verschiedenen Gruppen und Musikern. Er hat einen völlig neuen und einzigartigen Zugang zum Saxophon durch spezielle Techniken wie slaptongues, shakes, multiphonics und circular breathing gewonnen. Typisch für ihn ist auch sein ausgeprägtes Form- und Strukturverständnis, welches der Musik einen vollständig komponierten Charakter verleiht. Luc Houtkamp ist darüber hinaus einer der innovativsten Musiker der elektronischen Musik, der seit Mitte der 80ger Jahre interaktive Musik software entwickelt.
Dieter Manderscheid feierte seine ersten größeren Erfolge mit dem Wittek-Kaiser-Manderscheid Trio. Seitdem ist er über den Kreis des Kölner Jazz Hauses hinaus einer der gefragtesten Freelance-Bassisten. Er arbeitete mit so unterschiedlichen Musikern wie Harry Beckett, John Betsch, Peter Brötzmann, Phil Minton, Radu Malfatti, Michael Moore, Barre Phillips, Frank Samba, Günther Sommer, Georg Graewe, Klaus König, Kenny Wheeler und Dirk Daulfs zusammen. „Sein Spiel macht süchtig“ (Ekkehard Jost)

„…sein Spiel ist bestimmt von einer filigranen Klangästhetik, deren treibendes Moment nicht bloß die rhythmische Energie, sondern vor allem der Zusammenklang mit den anderen Instrumentalisten ist“ so Reinhard Kager (SWR) über den Bochumer Martin Blume, der im internationalen Kontext der Avantgarde von Jazz, Improvisierter und Neuer Musik in den unterschiedlichsten Formationen u.a. mit Musikern wie Peter Brötzmann, Peter Kowald, Johannes Bauer, Phil Minton, Georg Gräwe, Luc Houtkamp, Phil Wachsmann, John Butcher, und Fred van Hove zusammenspielte. Seit 1988 leitet er hauptsächlich eigene Projekte, die ihn auf zahlreichen Konzerttourneen zu den weltweit wichtigsten Aufführungsorten und Festivals dieser Musik führten.

Sabine Paas lebt in Köln und arbeitet dort als Schauspielerin und Sprecherin. 1999 gründete sie das Vorlese- und Rezitationstheater „Lesen & Lauschen“. Zudem ist sie für verschiedene Theater und Rundfunksender tätig und produziert Hörspiele. „Wer die gebürtige Wuppertalerin und jetzige Wahl-Kölnerin …kennt, weiß um ihre faszinierende Alt-Stimme, die das Zuhören zum Genuss macht.“ (Westdeutsche Zeitung)
Hans-Jürgen Pätzold begann seine künstlerische Tätigkeit als Produktionsdramaturg und Regisseur im Theater Ecce Homo in Bochum. Es folgte eine dreijährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Wolfram Lenssen als Produktionsdramasturg im Theater Forum Lünen, wo er u.a. die Romane „Kassandra“ von Christa Wolf und „Orlando“ von Virginia Woolf für die Bühne bearbeitete. Er verfaßte u.a. Textbücher für TheaterZeitReisen, Projekte der Industriekultur (u.,a. Bearbeitung der „Göttlichen Komödie“ für die Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck), Licht- und Klanginszenierungen wie „Illumina“, sowie für die 5 tägige Themenreise der Stadt Frankfurt über Straßburg, Zürich und Verona anlässlich des 250jährigen Geburtstages von Goethe.

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Öffnungszeiten:

04.11. - 04.11.2006 von 13:00 bis 21:00 Uhr

Standort:

Museum Bochum

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Veranstalter:

Museum Bochum
Kortumstraße 147
44777 Bochum
(02 34) 5 16 00-30 fon
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www.museum-bochum.de